12. MPC-Motorradtour durch das Elsaß 2017

Kurven, Katzen und Kulinarisches

01 mpc motorradtour 2017

Leidenschaftliche Schräglagenfetischisten, begeisterte Freizeitbiker und altgediente Tourenveteranen huldigten gemeinsam im (überwiegend) landschaftsverträglichem Tempo der zwölften Ausgabe der MPC-Motorradtour. Zum ersten Mal seit Bestehen der jährlichen Ausfahrt ging es ins benachbarte Ausland. Aber nicht irgendwohin. Das grenznahe Elsaß, speziell die herrlich kurvenreichen Vogesen, wurde im Vorjahr demokratisch zum MPC-Bike-Topereignis für 2017 auserkoren. Schließlich sollte auch die erste „EU-Ausfahrt“ zu einem unvergesslichen Erlebnis werden. Und dank der wie immer hervorragenden Vorbereitungen der erfahrenen Tourguides Dorothea und Knut Briel gelang diese Vorgabe erneut aufs Beste. Doch der Reihe nach.

Für die Statistiker: 21 Kurvenhungrige mit 16 Motorrädern – viel BMW, einige Ducati, Buell und Yamaha sowie vereinzelt Honda, Aprilia und Harley-Davidson – waren gemeldet. Kurzfristige Absagen reduzierten die Zahl vor Ort auf 18, davon 13 mit Bike. Frauenquote: 23,8 Prozent – Tendenz steigend. Und: Auch wenn nicht alle Damen als Aktive oder Sozia mit von der Partie waren. Respekt gebührt bei den MPC-Mopedisten insbesondere denen, die nicht unbedingt jede Tour auf den teils kümmerlichen Notsitzattrappen ihrer „Personal Rocker“ leiden wollen, jedoch das Hobby ihres Partners trotzdem genießerisch begleiten.

So gestaltete sich schon die Anreise am Freitag zum Hotel Schwendi in Kientzheim (Ecke Colmar/Kaysersberg) nicht nur aufgrund der individuellen Streckenwahl für viele als gedankliches Aha-Erlebnis. Entweder auf der staugeplagten A5 und dann rüber. Oder aber entlang der elsässischen Weinstraße durch herrlich schlaftrunkene Städtchen auf oft verschlungenen Sträßchen, die sich immer wieder in die Vogesen verabschieden und bereits optisch vom ­„Savoir Vivre“ künden – der stets guten Portion französischer Lebensart. Allerdings galt es schon hier nicht nur die Gaumenfreuden verkündenden Tafeln im Auge zu behalten, sondern gleichzeitig Navi, streunende Katzen, Straßenschilder und die sich malerisch ausbreitenden Vogesenhügel. Das anschließende kulinarische Beisammensein entschädigte für die teils mehrere hundert Kilometer lange Anreise und leitete für viele eine ebenso ­genüssliche Nachtruhe ein. Schließlich standen am Samstag 260 Kilometer kurvenreiche Straßen und Sträßchen rund um den Grand Ballon / Colle de Ballon auf dem ­Programm.

Bei schwüler Wetterlage, aber überwiegend schönstem Sonnenschein wurden nach dem Frühstück Osenbach, Lautenbach, Bourbach, Hohrodberg, Fellering, Ourbay, Lac Noir und zahlreiche weitere elsäßische Kleinode unter die Räder genommen. Diese Namen, beziehungsweise die an diesem Wochenende wenig befahrenen Straßen dazwischen, sollten die Tour am Samstag prägen. Schon am Vormittag machte sich ob der gewählten Route bei einer Kaffeepause Begeisterung breit, die beim Mittagessen am Hotel Panorama bei manch einem in Anbetracht des Erlebten in Verzückung ausartete – herrlicher Weitblick inklusive. Diese Stimmung hielt bis zum Abend und der erneuten Einkehr im Hotel am „Place Schwendi“. Ab diesem Augenblick waren Fahrer und Nichtfahrer wieder vereint sowie voller Neugier, neben den kulinarischen auch diversen Benzingesprächen und Fachsimpeleien zu lauschen. Ein feucht-fröhlich wie gemütlicher Ausgang mit stetem Blick auf den zweirädrigen Sonntag war Biker-Ehrensache.

Zum Abschluss warteten am Sonntag auf alle Unersättlichen nochmal 135 Kilometer schönster Vogesenasphalt – bevor vom Großteil der Gruppe möglichst noch vor den für den Nachmittag angesagten heftigen Gewittern die Heimreise angetreten wurde. Und noch was für die Statistik: Wieder einmal null Unfälle, null Schäden oder gar Verletzungen. Allerdings 18 glückliche MPC-Biker und vorab gefühlt bereits 30 Anmeldungen für das nächste Jahr. No fake news – it’s true!

Istok Golic

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